Technik-Ausstellung für Schüler in Hof

Wie Schule – nur cooler

Harald Werder 16.05.2022 

Im Museum Bayerisches Vogtland in Hof startet die Ausstellung „Technikland“. Dort lernen Kinder und neugierig gebliebene Erwachsene Erstaunliches aus der Naturwissenschaft.

Oberbürgermeisterin Eva Döhla (links) und Museumsleiterin Magdalena Bayreuther testen das Prinzip einer Bogenbrücke.

Oberbürgermeisterin Eva Döhla (links) und Museumsleiterin Magdalena Bayreuther testen das Prinzip einer Bogenbrücke.

Dicker geht immer! Die weiße Masse bläht sich auf, weiter, noch weiter – leider explodiert er dann doch nicht, der Schokokuss. Was eine Vakuumpumpe mit dem Süßzeug macht, ist Teil der Ausstellung „Technikland – auf Tour“, die ab diesem Dienstag im Museum Bayerisches Vogtland zu sehen ist. Es geht um Naturwissenschaft, nah am Alltag. Moleküle bauen, einen Regenbogen erschaffen oder mit Magneten die Welt bewegen. Wissenschaft, ohne die Wörter Physik oder Chemie in den Mund zu nehmen.

Dicker geht immer! Die weiße Masse bläht sich auf, weiter, noch weiter – leider explodiert er dann doch nicht, der Schokokuss.

Man muss der Museumschefin Magdalena Bayreuther in einem widersprechen. Sie buhlt um junge Besucher, um fünfte bis achte Klassen, die hier lernen können, dass man auch im Museum allerhand lernt. Soweit okay. Tatsächlich sind die 18 Stationen aber auch für neugierige Erwachsenen eine bunte Spielwiese, die lehrreich, aber nie belehrend ist.

Alles anfassen

Emulgator? Emulsion? Ach so, wie im Salatdressing – Wasser und Öl haben es nicht so miteinander. Das hätte einem der Chemielehrer auch mal so sagen können, früher. Die Ausstellung sagt vieles in wenigen Worten und mit viel Anfassbarem. „Der Vorteil der Ausstellung ist, dass man die Kinder auch mal loslassen kann. Sie können ausprobieren und auch mal Fehler machen“, erklärt Bayreuther.

Mint-Welle

Die Ausstellung, die im Industriemuseum Nürnberg konzipiert wurde und nach großem Erfolg nun auf Wanderschaft geht, greift die Mint-Welle im Land auf. Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik sollen im Land der Ingenieure wieder einen lang vermissten Aufschwung nehmen. Initiativen gibt es viele. „Technikland“ ist eine davon. Der Verein „Förderkreis Ingenieurstudium“ ist einer der Partner; in Hof springt die Viessmann-Technologie-Stiftung der Stadt bei, um die Kosten für die Wanderausstellung aufzubringen.

Versteckter Regenbogen

In Hof geht es um die Themen Licht, Energie, Chemie, Kraft und Computer. Eine Gesichtserkennung erfasst Geschlecht und Alter des Menschen vor der Kamera – und schmeichelt beim Alter offenbar gern. Die Besucher lernen in drei Stufen, wie ein Elektromotor funktioniert – früher musste man das Verbrenner-Prinzip lernen, nun ist man nach der Ausstellung in Sachen E-Auto schnell up to date. Dass weißes Licht trügerisch ist, findet man schnell heraus, wenn sich plötzlich ein Regenbogen auftut, der sich im Weißlicht nur versteckt hat. Und das Grau im Fernsehen ist eigentlich ziemlich bunt – im Hofer Museum findet man es heraus.

Eine Gesichtserkennung erfasst Geschlecht und Alter des Menschen vor der Kamera

Viele Anmeldungen

Mit „Technikland“ verfolgt Magdalene Bayreuther das Ziel, engere Kontakte zu Schulen zu knüpfen und junges Publikum anzuziehen. Und sie scheint damit einen ersten Treffer gelandet zu haben: Die erste Hälfte der Termine für Schulklassen ist schon vergeben. Dass die Aufbauten nun im Hofer Museum stehen, hat das Haus seiner ehemaligen Leiterin zu verdanken. Die erste Station war das Stadtmuseum Erlangen, wo Sandra Kastner stellvertretende Chefin ist; sie gab ihrer Nachfolgerin den Tipp, und Bayreuther griff zu. Und eventuell noch ein weiteres Mal: „Wenn die Ausstellung gut läuft, können wir sie vielleicht noch einmal nach Hof holen.“